Spannendes Scheibenschießen

So ausgelassen freute sich Björn Untiet nach dem Stechen über die Entscheidung in der Schützenaue.                              

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So ausgelassen freute sich Björn Untiet nach dem                          Schunkelstimmung bei der Krönung des neuen Königspaares

Stechen über die Entscheidung in der Schützenaue.                        Björn und Dajenne Untiet.


Burgsteinfurt - „Ich habe einfach ins Schwarze gehalten. Es war knapp.Und jetzt bin ich total begeistert, dass es geklappt hat.“ Ausgelassen hat sich Björn Untiet gestern Abend gefreut, als er als neue König der Friedhöfer Schützengesellschaft feststand. Lange mussten der Verein warten. Erst um 18.41 Uhr war im alles entscheidenden Stechen die Entscheidung gegen die Mitbewerber Lars Lammering, André Stagnet, Volker Wendland, Norbert Schröder, Manfred Gerdener und Dennis Dümmer gefallen. Untiet erreichte 29 von 30 Ringen. Zusammen mit Ehefrau Dajenne tritt er die Regentschaft im neuen Schützenjahr an. „Alles ist so aufregend“, freute sie sich mit ihrem Mann.
Nach dem Kommers am Samstagabend, bei dem die Vorjahresmajestäten Heinrich und Susanne Lünnemann zusammen mit vielen Schützen und Gästen bis in die frühen Morgenstunden den Auftakt zum Höhepunkt des Vereinsjahres gefeiert haben, ließ Oberst Jürgen Beermann die Schützen gestern Mittag am Veltruper Kirchweg antreten. Während des anschließenden Wettbewerbs in der Aue sorgten der CVJM-Spielmannszug und die Hollicher Blaskapelle für Stimmung sowie eine Tombola und Kinderspiele für Unterhaltung von Jung und Alt.

Am Abend strahlte dann das neue Königspaar bei der Proklamation mit der Sonne um die Wette. „Es war schwierig, aber Ihr habt es geschafft“, beglückwünschte Oberst Beermann das neue Regentenpaar. Die Throngemeinschaft bilden Torsten und Julia Nölleke, Tobias „Teddy“ und Marion Schwartke, Bernd Dreihus und Diana Resing, Niko und Yvonne Perrefort, Lars und Yvonne Lammering, Stefan und Stefanie Haarmann, Ludger „Ede“ und Heike Anderson sowie Dominik Hintzen.

„Wir wollten einfach mal etwas anderes ausprobieren“, erklärte Gaby Röber, 2.Vorsitzende, warum die Friedhöfer erstmals den Sonntag im Zelt auf der Schützenaue bei Musik von DJ Tobias ausklingen ließen.

Kehraus ist heute mit einem zünftigen Frühschoppen für Vereinsmitglieder. Am Abend lassen die Schützen das ereignisreiche Wochenende mit dem Festball, zu dem alle Freunde und Nachbarvereine eingeladen sind, wieder mit der Band „Night Time“ ausklingen. Damit ist die Burgsteinfurter Schützenfest-Saison beendet

 

DIE EHRUNGEN

 

 

 

 

 

 

 

 

Heinrich Lünnemann wird König mit „Ansagen“
BURGSTEINFURT „Wenn ich schon für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt werde, will ich das nur als König“, hatte Heinrich Lünnemann im Vorfeld des Schützenfestes Oberst Jürgen Beermann verraten. Er hielt Wort.
König 2009 der Friedhöfer Schützen ist Heinrich Lünnemann. Er setze sich im Stechen gegen fünf Mitbewerber mit 23 Ringen bei drei Schuss souverän durch.Foto: Held
Es war richtig heiß, doch Lünnemann behielt als letzter Schütze im Stechen gegen fünf Mitstreiter einen kühlen Kopf und traf bei drei Schuss und möglichen 30 Ringen 23 Ringe.
Keiner der Konkurrenten war nur annähernd in Nähe dieser Zahl. Verstohlen drückte der neue König eine Träne weg, als ihn seine Ehefrau Susanne als Erste beglückwünschte. Danach wurde der strahlende neue Friedhöfer König auf den Schultern zum Bierwagen getragen, um dort das obligatorische Königsbier zu ordern.

Auenkönig

Danach ging es wieder um Bier, genauer um ein 30-Liter- Fass Rolinck für den „Auenkönig“. Die Friedhöfer hatten sich dieses Verfahren ausgedacht, um an die 175-jährige Geschäftsverbindung der Schützen mit der Rolinck-Brauerei zu erinnern. „Wir sind die ältesten Kunden und freuen uns, dass wir unser Bier wie damals mit Pferd und Wagen abholen dürfen", begrüßte Oberst Jürgen Beermann gestern Nachmittag Rolinck-Geschäftsführer Thomas Bressem.

Gleich fünf Mal 29 Ringe

Die Schützen waren mit einer großen Abordnung vom Schützenhaus zu Brauerei gezogen, um dort ihr Bier zu holen. Danach zog man zur Schützenaue um den König, und dann den Auenkönig, zu ermitteln. 30 Besucher des Schützenfestes schossen um die 30 Liter. Und es wurde spannend. Denn fünf schafften bei drei Schuss 29 Ringe.

Doch einer war besser: Der Vorsitzende des befreundeten Vorstädter Schützenvereins traf die höchstmögliche Punktzahl von 30 Ringen und nahm aus den Händen des Friedhöfer Vorsitzenden Lars Dümmer das „Frischegetränk“ entgegen. Für die fünf knapp unterlegenen Mitbewerber lobte Oberst Beermann dann noch spontan ein 20 Liter Fass Freibier aus. „Hier soll heute keiner sagen, wir Friedhöfer sind nicht großzügig“, sagte er und konnte sich des Beifalls sicher sein.

Kunden seit 175 Jahren

Burgsteinfurt - Die Tradition zu bewahren hat für das Vereinsleben der Schützen einen hohen Stellenwert. Wenn sich daraus noch Verbindungen, so wie zwischen den Friedhöfern und der heimischen Brauerei Rolinck bilden, ist das für alle Beteiligten ein weiterer Grund, zu feiern.
175 Jahre Geschäftsbeziehung zu Rolinck. 175 Jahre heimisches Bier bei allen Aktivitäten des Schützenvereins. 175 Jahre Grund zum Feiern. Und dass sie feiern können und ihre Tradition aufrecht erhalten, bewiesen die Friedhöfer beim Marsch zur Rolinckbrauerei am Sonntagmittag. Dort erwartete sie Geschäftsführer Thomas Bressem mit zwei Pferdegespannen und einem 50-Liter-Fass leckerem Rolinckbier.

Prosten nach dem feierlichen Einzug (kleines Foto) auf 175 Jahre Freundschaft zu: (v.l.) Ehrenkönig Werner Heins, Rolinck Geschäftsführer Thomas Bressem, Vorsitzender Lars Dümmer, Oberst Jürgen Beermann, König Dieter Köhler Fotos:Prosten nach dem feierlichen Einzug (kleines Foto) auf 175 Jahre Freundschaft zu:

(v.l.) Ehrenkönig Werner Heins, Rolinck Geschäftsführer Thomas Bressem, Vorsitzender Lars Dümmer, Oberst Jürgen Beermann, König Dieter Köhler Fotos:
(-hgr-)

„Man kann es schon als Wunder bezeichnen, dass diese Beziehung so lange hält. Dies spricht nicht nur für die Qualität des Bieres, sondern vor allem für die Qualität der Freundschaft“ freute sich Thomas Bressem, Geschäftsführer bei Rolinck, über die lange Verbundenheit. Und wie vor 175 Jahren zogen die Schützen dann mit Pferd und Wagen zum Schützenplatz, um dort das Fass anzustechen und die 50 Liter Freibier bei strahlender Sonne zu genießen. „Das habe ich auch noch nie gemacht“, zeigte sich ein lachender Lars Dümmer, Vorsitzender der Friedhöfer Schützen, sichtlich erfreut darüber, wie schnell 50 Liter Bier gezapft werden können.

Und dem Wunsch von Oberst Jürgen Beermann, „dass wir daran arbeiten, dass auch in Zukunft die Freundschaft bestehen bleibt“, entsprachen Schützen und Gäste bei den warmen Temperaturen gerne und genossen am Wochenende das schmackhafte Bier der Brauerei Rolinck.

VON HANNA GREMPLINSKI

Dieter Köhler König der Friedhöfer

... BURGSTEINFURT Sie haben ihren König gefunden: Dieter Köhler regiert seit Sonntag die Friedhöfer Schützen.

Sie sind die Letzten im Burgsteinfurter Schützenfestreigen und machen es auch immer wieder besonders spannend. Die Friedhöfer Schützengesellschaft hat einen neuen Schützenkönig: Dieter Köhler konnte sich am Sonntag nach spannendem Stechen um exakt 17.23 Uhr gegen seine Mitbewerber Manfred Dümmer, Markus Dartmann und Helmut Greiwe durchsetzen.

Zu seiner Mitregentin erkor sich die neue Friedhöfer Majestät Gaby Röber.
Das neue Königspaar löst Olaf Göbel und Julia Speckmann ab, die im vorigen Jahr die Königswürde errungen hatten. Zur Throngemeinschaft zählen Andr Stagnet und Meike Dümmer, Dennis Dümmer und Angela Johnen, Heinrich und Susanne Lünnemann, Guido Münstermann und Sarah Parusel sowie Manfred und Maria Dümmer.


Montag, 07. Juli 2008  |  Quelle: Münstersche Zeitung (Steinfurt)

Friedhöfer freuen sich über gelungenes Schützenfest

BURGSTEINFURT Nein, einen Koffer hat er in Stemmert nicht mehr, wohl aber sein Fahrrad. Für Dechant Heinrich Blankemeyer ein willkommener Anlass, das Abholen des Drahtesels mit einem Abstecher zur Schützenaue am Veltruper Kirchweg zu verbinden. Ich bin ja schließlich auch Mitglied bei den Friedhöfern, erklärte Blankemeyer.Es lag sicher nicht nur am Besuch des ehemaligen Pfarrers, dass an diesem Schützenfesttag der Festplatz der Friedhöfer besonders glänzte. Die wahren Helden des Tages konnte Oberst Jürgen Beermann kurz vor der Krönung des neuen Königspaares nur mit Mühe auf den Krönungswagen locken.

Die bescheidenen Helfer des Vereins, die für das kleine Bedürfnis den passenden Rahmen gebaut haben, durften sich Lob und Anerkennung abholen. Mit einem Gutschein wurden diese Männer und Frauen für ihren Einsatz beim Toilettenbau belohnt.

Altes Königspaar haut auf die Pauke

Dass das Ringen um die Königswürde eindeutig der Höhepunkt des Schützenjahres ist, bewiesen die Friedhöfer mit einem ausgiebigen Festprogramm. Am Samstagabend durfte das alte Königspaar Olaf Göbel und Julia Speckmann beim Kommers noch einmal so richtig auf die Pauke hauen.

Und neu sind bei den Friedhöfern nicht nur das Königspaar des Schützenfestjahres 2008, Dieter Köhler und Gaby Röber, oder das Toilettenhäuschen. Nach der schmerzlichen Schließung des Vereinslokals von Fritz Preußners wurden erstmals Fahnen und Abordnungen beim neuen Vereinswirt Helmut Kuhl an der Wemhöferstiege abgeholt.

Schützenfest fuhr drei Tage unter Volldampf

Wenn alle Weichen und Signale auf freie Fahrt stehen, kann so ein Schützenfest drei Tage lang unter Volldampf fahren. Für die passende Begleitmusik sorgten im Schützenhaus The Lions, auf der Schützenaue und bei den Ausmärschen der CVJM-Spielmannszug und das Hollicher Blasorchester. Letzteres gab unter der Stabführung von Eckart Rummeling dann auch beim Platzkonzert sein bemerkenswertes Debüt.

Als Oberst Jürgen Beermann um 17.11 Uhr per Tusch zum Stechen um die Königswürde blasen ließ, stellten die Kinder ihre Spiele und die Erwachsenen ihre angeregten Unterhaltungen ein. Nach der feierlichen Proklamation präsentierte sich das neue Königspaar samt Throngefolge im Festzug der Friedhöfer Schützengemeinde. Anschließend wurde zum Königsball eingeladen.

Verdiente Mitglieder wurden geehrt

Natürlich wurden an den Schützenfesttagen auch verdiente Mitglieder geehrt:

Jubelkönigspaare:

Jubelköniginnen:
Für ihre langjährige Vereinstreue wurden zudem geehrt:
Am Montag ließen die Friedhöfer das Schützenfestwochenende mit einem zünftigen Frühschoppen und dem abschließenden Festball ausklingen.

Dienstag, 08. Juli 2008  |  Quelle: Münstersche Zeitung (Steinfurt)

 

  Spannung bis zum letzten Schuss

                                                        

Das ist die neue Throngemeinschaft der Friedhöfer Schützengesellschaft um König Olaf Göbel und Königin Julia Speckmann.Fotos: Hanna Gremplinski

Dienstag, 03. Juli 2007  |  Quelle: Westfälische Nachrichten / Steinfurter Kreisblatt (Steinfurt)

 

-hgr- Burgsteinfurt. Seit Sonntagabend steht auch der letzte neue Schützenkönig in Burgsteinfurt in diesem Jahr fest. Nach spanndendem Schießen hatte die Friedhöfer Schützengesellschaft 17.11 Uhr ihren neuen König gefunden. Olaf Göbel war es, der sich im alles entscheidenden Stechen gegen seine Mitkonkurrenten Holger Benölken, Dennis Dümmer, Jürgen Beermann, Hermann Buddemeyer sowie Daniel Antons durchsetzen konnte. Zusammen mit seiner Königin Julia Speckmann tritt er die Nachfolge für Stefan Peter und Meike Dümmer an.
Die haben sich bereits am Samstagabend auf ihren Abschied in einer ausgiebigen Feier im Schützenhaus vorbereitet. Viele Gäste und Abordnungen benachbarter Schützenvereine waren zum Kommers gekommen.
Sonnenschein begleitete den Schützenzug dann am Sonntag. Nach der Festansprache durch Oberst Jürgen Beermann erfolgte der Umzug durch die Straßen des Vereinsbezirks. Unmittelbar nach Eintreffen auf der neuen Friedhöfer Schützenaue begann das Ringen um die Königswürde. Die Zuschauer wurden mit Platzkonzerten des Schülerblasorchester des Gymnasiums Arnoldinum und des CVJM-Spielmannszuges unterhalten.
Kurz vor 17 Uhr wurde es spannend: Oberst Jürgen Beermann rief zum Stechen auf. Um 17.11 Uhr dann der Jubelschrei. Olaf Göbel hatte den Thron erklommen. Zu seiner Mitregentin erkor er Julia Speckmann. Zur Throngemeinschaft zählen Angela Johnen und Dennis Dümmer, Lucia und Bernd Rawert, Susanne und Heinrich Lünnemann, Theresa Rawert, Dagmar Radecke und Christian Huster, Gaby Röber und Dieter Köhler, Sandra Radecke und Philipp Kock.
Am Abend wurden Julia Speckmann und Olaf Göbel feierlich proklamiert. In einem großen Festumzug marschierten die neuen Majestäten mit ihrem Throngefolge und allen Schützen nebst Damen trotz des zwischenzeitlichen Regenschauers durch den Vereinsbezirk bis hin zum Schützenhaus. Dort wurden sie erneut von zahlreichen Gästen empfangen. Gefeiert wurde bis in die frühen Morgenstunden.
Kehraus war gestern mit einem zünftigen Frühschoppen. Am Abend ließen die Schützen das ereignisreiche Wochenende mit Festball ausklingen. Der Burgsteinfurter Schützenfestreigen ist damit für dieses Jahr beendet.

Dienstag, 03. Juli 2007  |  Quelle: Westfälische Nachrichten / Steinfurter Kreisblatt (Steinfurt)

Olaf will´s nochmal wissen

Burgsteinfurt - Bei den Friedhöfern wurde an diesem Wochenende ein ausgelassenes Schützenfest gefeiert, da war von Ferien keine Spur.

Höhepunkt des Schützenfestes ist bekanntlich der Sonntag, der mit dem traditionellen Wecken beginnt, so auch in diesem Jahr. Mittags war Antreten am vereinseigenen Schützenhaus am Veltruper Kirchweg, wo die Fahnen zum Schützenfest geholt werden und der Toten der Friedhöfer Schützengesellschaft gedacht werden.

Ehrungen

Zahlreiche Schützen hatten sich dazu eingefunden. Geehrt wurden Hans Schlockermann, der vor 55 Jahren die Königswürde errungen hatte und Helmut Greiwe, der vor fünf Jahren König war. Ein besonderer Gruß galt den Jubelkönigen Wilhelm Bohnenkamp und Günter Gieldon.

Geschmückte Straßen

Unter musikalischer Begleitung des CVJM-Spielmannszugs und des Schülerblasorchesters ging es zum Schützenkönig 2006, Stefan Peters, in die Türkei und durch die rot-gelb-geschmückten Straßen der Stadt zum Schützenplatz Schützenaue, um den König 2007 zu ermitteln.

Um 16.50 Uhr rief Oberst Jürgen Beermann die Kandidaten Holger Benölken, Dennis Dümmer, Jürgen Beermann, Hermann Buddemeyer, David Antons und Olaf Göbel ins Finale zum Stechen auf. Als bester Schütze bewies sich Leutnant Olaf Göbel, der geschultert den Schießstand verließ.

Königsball

Bereits 1994 hatte er seine Schießgenauigkeit unter Beweis gestellt und die Königswürde geholt. Zur Königin 2007 erkor er Julia Speckmann. Abschied nehmen hieß es für das Königspaar 2006: Stefan Peter und Meike Dümmer. Oberst Jürgen Beermann bedankte sich für das gelungene Schützenjahr. Unter ihrer Regie und mit ihrem Throngefolge hatte ein Jubiläumskinderschützenfest stattgefunden, das in die Geschichte der Friedhöfer Schützengesellschaft eingehen wird.

"Ein voller Erfolg"

"Das Fußballturnier aller Steinfurter Schützenvereine war ein voller Erfolg", dankte Beermann dem scheidenden König Stefan Peter, der zusicherte, dass es nicht das letzte Fußballturnier dieser Form bleiben würde, sondern dass er auch das nächste ausrichten werde.

Heute Frühschoppen

Am Abend wurde das amtierende Königspaar mit seinem Throngefolge vom Vereinslokal Preußners abgeholt. Die Schützenbrüder begleiten das neue Paar durch die geschmückten Straßen zum Königsball. Heute steht ein ausgiebiger Frühschoppen und ein Festball auf dem Programm, der sicherlich wie der Kommers am Samstag ein gelungener Abend werden wird. - bk

Montag, 02. Juli 2007  |  Quelle: Münstersche Zeitung (Steinfurt)

 

Kegelkotten neue Vereinsgaststätte der Friedhöfer-Schützengesellschaft e.V.

Internetpräsentation: Joh. Derix  - Bilder/Bericht: Norbert Schröder

Am Mittwoch, dem 08. April 2005, um 19.30 Uhr fand die feierliche Übergabe des Fahnenschrankes  aus den Händen von dem

ersten Vorsitzenden der Friedhöfer Schützengesellschaft e.V. Hans Schlockermann an das Vereinswirtepaar Inge und Helmut Kuhl statt.

Der alte Fahnenschrank hat somit wieder einen ehrwürdigen Platz im Kegelkotten gefunden.

 

Neuer Friedhöfer Außenposten

Auf der Suche nach einem neuen Platz für den Fahnenschrank der Friedhöfer Schützengesellschaft wurden die Friedhöfer im Kegelkotten an der Wemhöfer Stiege fündig. Die Aufgabe der von Fritz Preußners geführten "Altdeutschen Gaststätte" auf der Kirchstrasse zwang zur Anschlusssuche.
Inge und Helmut Kuhl hießen die Friedhöfer bei der Einbringung der 3. Vereinsfahne von 1989 herzlich willkommen. Der 1. Vorsitzende Hans Schlockermann sprach einige vorbereitete Worte zur Bedeutung und Geschichte der Fahnen, derer man sich seit 1839 erfreut. Eigens zu deren Erwerb ließen die Friedhöfer vor fast 170 Jahren ein Schützenfest ausfallen. Sie enthält lediglich die Vereinsinitialen "F. S. G".

Über Vereinsfahnen aus vornapoleonischer Zeit ist nichts konkret bekannt. 1923, im Jahr der großen Inflation nach dem 1. Weltkrieg wurde die 2. Fahne in Bad Godesberg für 14.400 Reichsmark erstanden.

 

Ihre Inschrift lautet "Einigkeit macht stark". Die Bilanzsumme der Friedhöfer in 1923 betrug lt.

Kassenbuch über 16 Billionen Reichsmark. Da dürfte die Finanzierung ein weniger großes Problem

gewesen sein.

 

 

 

 

 

 

 

Die 3. Fahne wurde 1989 - im 150sten Jahr des Bestehens der Fahne von 1839 - eingeweiht. Sie wurde quasi in Heimarbeit nach einem Entwurf  von Angelika Lünnemann erstellt. Neben weiteren fleißigen Helferinnen sind in erster Linie  Hilde Börger und Erika Eyink für ihre Erstellung verantwortlich zu nennen. Sie trägt die Inschrift  "Altes erhalten - Neues gestalten".
Diese Fahnen geleiteten den Verein auf verschiedene Schießplätze, die Hans Schlockermann in Erinnerung brachte. Nach den 3 Plätzen im Bereich des Dumter Weges und der Kommende zieht man  nun mit ihnen zum Schießplatz "Schützenaue", dem ersten in Vereinseigentum befindlichen Platz zwischen den Bahnen unweit des Schützenhauses.

 

 

 

Selbstverständlich fand man anschließend in den vorderen Räumlichkeiten des Kegelkottens reichlich Gelegenheit, sich mit dem neuen Vereinslokal anzufreunden.

Nach einigen Getränken gab es keinerlei Sprachschwierigkeiten, man saß noch bis spät in der Nacht gemütlich beisammen.

 

  

                                      Kloatscheeten bei der Friedhöfer Schützengesellschaft e. V.

                                                                        Bericht von Joh. Derix

Die Beliebtheit des Wurfsportes mit der Kloatscheibe gewinnt auch bei den Friedhöfer Freunde. Die Friedhöfer haben erkannt, das dass Kloatscheeten nicht nur altüberliefertes Brauchtum, sondern auch moderner Freizeitsport sein kann.

            Zunächst einige Bilder, weil sie mehr als 1000 Worte sagen, und anschließend den Bericht.

Und plötzlich ist es da - das nicht zu beschreibende, sondern nur erlebbare Kloatsheetengefühl! Die Leidenschaft und Hingabe für das Kloatsheeten, deutlich spürbar und ein Garant für die besondere Stimmung an diesem Tag.

 
 
KrönungderKloatköniginClaudiaAntons

Nicht "nur" zuhören genießen, sonder auch Mitsingen, Finger schnippen, Klatschen, Bewegen - alle haben sich in dem voll besetzten "Lünnemanns-Schöppken" gerade auf ein solches ganzheitliches Erlebnis gefreut. Keiner wurde enttäuscht! Wie viel Spaß es macht, wenn die ganze Mannschaft aus voller Kehle mit singt, konnte jeder selbst mit erleben.                                       

                                    Kloatscheeten, macht ungemein Spaß und ist auch noch gesund.

 

Bis zum heutigen Tag  kannte ich das Wort "Kloatscheeten" überhaupt nicht und ich wusste erst recht nicht, was sich dahinter verbarg. Erst nach dem ich am 17. Nov. 2007 an einem Kloatscheeten bei der Friedhöfer Schützengesellschaft v. V. teilgenommen habe,  wurde ich in Bezug auf das Kloatscheeten aufgeklärt und das kam so.

 

Wann immer  ich nachgefragt  habe,  wie das geht, habe ich zur Antwort bekommen::
„Scheibe um die Ecke schmeißen!“
Und dann war ich „ . . so klug als wie zuvor.....“
Das ist ein Zitat!! Ob das grammatikalisch korrekt ist, hat Goethe nicht gekümmert, also kümmert es mich auch nicht.

Ich machte mich deshalb bei "Wikipedia" schlau, denn da konnte ich folgendes über Kloatsheeten nachlesen:

Kloatscheeten/Kloatsheeten

Das Sportgerät ist der Kloat, eine circa 400 g schwere, 40 - 45 mm dicke, etwa handtellergroße runde Holzscheibe mit einem Bleikern. Er wird mit einem Unterhandwurf möglichst weit gerollt. Während des Wurfes wird die Scheibe schon in der endgültigen Position relativ zur Straße gehalten, hierfür muss eventuell der Unterarm beim Wurf verdreht werden. Durch eine zur Straße ausgerichtete Drehbewegung aus der Schulter heraus und Abrollen über den Mittelfinger wird die Scheibe beim Wurf angedreht und Kreisel-stabilisiert. Durch den flachen Auftreffwinkel kann die Bahn nicht durch eine lokale Unebenheit der Strasse abgelenkt werden. Wenn die Strasse um die Kurve geht, muss die Scheibe sich in diese hineinlegen, dafür muss sich z.B. ein Rechtshänder bei einer Rechtskurve über die Scheibe beugen.

Vor Spielbeginn werden zwei bis drei Mannschaften und die Reihenfolge der Werfer ausgelost. Auch die Strecke, meistens über Wirtschafts- und Feldwege, ist vorher ausgesucht worden. Begonnen wird mit dem ersten Spieler einer Mannschaft, der den Kloat mit Schwung über die Strecke rollt. Der erste Werfer der gegnerischen Mannschaft versucht mit einem zweiten Kloat eine weitere Strecke zu schaffen. Von dem jeweiligen Endpunkt des Wurfes rollt der nächste Spieler der jeweiligen Mannschaft weiter. Gewonnen hat die Mannschaft, deren Kloat nach einem Durchgang die weitestete Strecke zurückgelegt hat. Oft verlässt ein Kloat die Strecke und muss mühsam aus dem Seitenraum oder aus einem angrenzenden Wassergraben geborgen werden.

Um dem Ganzen einen geselligen Hintergrund zu geben, werden diverse Getränke wie Bier, Schnaps, Liköre, mitgenommen. Als Transportmittel dienen hier ein Bollerwagen oder ähnliche Gerätschaften.

Nach Abschluss mehrerer Durchgänge wird durch Rollen auf eine leere Flasche noch eine Kloatkönigin und ein Kloatkönig ermittelt.

Mit Einbruch der Dunkelheit kehren die Gruppen in Gaststätten ein und nehmen hier ein vorher bestelltes deftiges Essen zu sich. Es besteht meistens aus Grünkohl mit Mettwürstschen und Speck.

Geschichte

Kloatscheeten ist ein uralter Brauch, über dessen Beginn aber wenig bekannt ist. In zufällig gefundenen Einträge in einem Kirchenratsprotokoll der reformierten Gemeinde Bad-Bentheim aus den Jahren 1630 und 1631 wird bereits der Kloet und das „Spielen mit dem Bollen und Kloet“ erwähnt. Auf dem deutschen Turnfest in Leipzig wurde das Kloatscheeten 1913 als Sportart vorgestellt.

Ähnliche Sportarten sind das Boseln und Klootschießen, das vor allem weiter nördlich in Ostfriesland gespielt wird.

Die Friedhöfer Schützengesellschaft e. V. lud seine Mitglieder und Freunde  zu einer Kloatscheeten  ein. Die einzigen Informationen die ich erhielt waren, zieht euch warm an und seid bloß gut drauf. Mir schwante bereits, dass es ein Aufenthalt an der frischen Luft würde.

Wir trafen uns am  Schützenhaus  gegen 13,30Uhr und schon als ich ankam hatte ich das Gefühl, dass einige Schützenbrüder sich bereits tüchtig in Form gebracht hatten. Die Witterungsverhältnisse waren nicht gerade optimal. Es war ein windiges feucht-kaltes Herbstwetter. Und dann sah ich einen Handkarren, auf denen so einige handfeste Getränke standen  die zum Aufwärmen dienten. Dieser Handwagen beherbergte die nötige Marschverpflegung, die zu jedem Kloatscheeten dazu gehört.

 

Die Anwesenden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Wir waren 20 Leute also ergaben sich zwei Gruppen zu je 10 Personen.

Hier im Münsterland gibt es einige endlos sich dahinziehende Straßen mitten im freien Feld, die sich für diese Sportart besonders eignen. Der Start begann, wie kann es anders sein, am Schützenhaus. Zuerst brauchten man einen Schreiber, der die Namen der Mitstreiter notiert und später aufpasst, dass diese Reihenfolge immer eingehalten wird.

Nun konnte es beginnen.

Der erste Teilnehmer der Mannschaft 1 rollt die Kloatscheibe so weit er kann die Straße entlang und die gesamte Gruppe spaziert gemächlich mit dem Handkarren hinter der Kloatscheibe her, bis zu dem Punkt, wo die Kloatscheibe liegen bleibt. Von hier wirft dann der zweite aus der Gruppe (falls sie die erste Kloatscheibe nicht überholt hat) und auch dann setzt sich die ganze Gruppe in Bewegung Richtung Kloatscheibe.
Hier wird natürlich kräftig gemogelt, dass sich die Balken biegen. Sobald man ein wenig unbeobachtet ist, und die andere Gruppe nicht so genau sieht was beim Gegner passiert, bekommt die Kloatscheibe
schon mal einen kleinen Stoss mit dem Fuß und rollt zufällig noch ein paar Meter weiter. Ansonsten keine Regeln, jedenfalls nicht bei unserem Spiel; Tränen, Wutausbrüche waren verpönt, unflätige Bemerkungen jedoch völlig zugelassen.
Wie ihr seht ist Kloatscheeten ein Kinderspiel. So lange der Blick klar und ungetrübt ist, gibt es keine Probleme. Die kommen erst, wenn die Marschverpflegung ins Spiel kommt und sich der klare und scharfe Kloatscheibenblick langsam trübt. Die Stimmung wird immer ausgelassener und die Würfe immer ungenauer. Jede Pause wird gut benutzt, um der geistigen Nahrung zuzusprechen. Mit der Einnahme von flüssiger Verpflegung steigen die Fehlwürfe. So rollen die Kloatscheiben im Zickzack-Kurs über die Straße und landen immer öfter im matschigen Graben. Und nun
kommen die Stangen zum Einsatz. Der Verursacher hat nämlich die Pflicht, die Kloatscheibe aus dem Morast heraus zu holen, damit das Spiel weiter gehen kann. Das geschieht natürlich unter den lauten Anfeuerungsrufen der anderen Teilnehmer, die diese Gelegenheit nicht ungenutzt vorüber streichen lassen und sich einen kräftigen Schluck "Münsterländerklaren" oder "Rolinckbier"genehmigen. Das einige Teilnehmer später nicht mehr ganz salonfähig waren, liegt wohl auf der Hand.

 

Solche Zwangspausen sind sehr gern gesehen, wie ihr euch denken könnt und sie verlängern das Spiel um eine gewaltige Zeit. Unser Kloatscheeten dauerte mehrere Stunden bis es draußen dunkel wurde. Doch wer ein echter Friedhöfer ist, lässt sich nichts anmerken und steht seinen Mann (Frau!). Das Wetter spielte mit und es blieb trocken.

Sieger wurde die 2. Gruppe. Ihr seht, Kloatscheeten ohne Flüssignahrung gibt es nicht. Die Würfe fallen oft sehr unterschiedlich aus, da nicht jeder als Kloatkünstler geboren wurde. Immerhin wurden fast 7 km Fußweg in hervorragender Stimmung zurückgelegt.

Obwohl es ziemlich schwer ist, sich vor der angebotenen Marschverpflegung zu drücken, gelang dies mir sehr gut  und kam wohlbehalten am Ziel an. Nach Abschluss mehrerer Durchgänge wurde durch Rollen auf eine leere Flasche noch eine Kloatkönigin ermittelt. Kloatkönigin wurde Claudia Antons.

Mit Einbruch der Dunkelheit kehrten wir ins Schützenhaus zurück. Doch damit war das Kloatscheeten noch nicht beendet, denn zu einer anstrengenden Tour gehört anschließend ein deftiges Grünkohlessen mit Pinkelwurst, Mettwürsten und Speck.

Dies gab es im „Lünnemanns - Schöppken“. Bei einigen bin ich mir nicht sicher, ob sie überhaupt noch wussten, was sie sich da in den Mund schoben. Doch so richtige Friedhöfer Jungs und Friedhöfer Mädchen sind hart im Nehmen.

Auf jeden Fall hat es allen Beteiligten einen Mordsspaß gemacht und  alle waren sich einig, dass wird wiederholt. Na, dann ist ja alles im grünen Bereich.

H. DX.

Die Gaststätte Preußners schließt
Von: Günther Hilgemann am 28.01.2008 18:56 Uhr
BURGSTEINFURT "Nur mal eben zu Fritz!" - Aus, vorbei, Geschichte. Vor einem halben Jahr hatte Fritz Preußners ein Menetekel an die Burgsteinfurter Fassaden gemalt: "Es gibt bald keine Kneipe mehr in Stemmert." Damals suchte der 66-jährige Gastwirt händeringend einen Nachfolger.
Für die Friedhöfer Schützen geht eine Ära zu Ende. Vorsitzender Hans Schlockermann (l.) dankt Fritz Preußners (r.).
Foto:Hilgemann
Sein Warnruf "Wir sind die letzte echte Kneipe in Stemmert. So was darf nicht verschwinden" blieb ungehört. Das Haus ist verkauft, aus dem Bierhahn der Altdeutschen Gaststätte Preußners an der Kirchstraße schäumte am Samstagabend das letzte Rolinck-Pils.

Galgenhumor

Überschäumend war die Stimmung beim Abgesang nicht gerade. Eher so etwas wie Galgenhumor versprühten die Abschiedsgäste. Schulterklopfen, Erinnerungen auffrischen, noch einmal in das typisch rauchgeschwängerte Fluidum einer echten Kneipe eintauchen. Fritz Preußners, im weißen Oberhemd mit rot gestreifter Krawatte, wie ein Leuchtturm auf Abschiedstournee. Mal der routinierte Griff zum Zapfhahn, mal hier am Tisch, mal vor der Theke, mal bei der komplett angereisten Familie.

Die treuen „Sellener Jungs“ mussten nie mit dem Hausordnungsknüppel zur Raison gerufen werden: Eckard Arning, Herbert Feldkamp, Wirt Fritz Preußners, Wilfried Lammering und Hermann Rottmann (v.l.).
Foto: Hilgemann
Dazwischen wie aufgescheuchte Hühner die wippenden Federbüsche der Offiziersmützen der Friedhöfer Schützen. "Für uns Friedhöfer war das hier wie das Wohnzimmer nach der Arbeit", bekennt Urgestein Hans Schlockermann.

Notstand

Er spricht an diesem Abend von "Notstand" und "Suche". Auf der Kirchstraße und dem Friedhof gab es mal 21 Kneipen, wie an einer Perlenkette aufgereiht. "Ein Verein braucht einen Anlaufpunkt." Der Fahnenschrank an der Kneipenwand als markante Duftmarke muss vorerst im Schützenhaus überwintern.

Mittendrin am Zapfhahn seiner Altdeutschen Gaststätte: Fritz Preußners im Abschiedtaumel.
Foto: Hilgemann
Für die vielen Grüppchen, Clübchen und Thekengemeinschaften beginnt ebenfalls die Suche nach einer neuen Bleibe. Fritz Preußners bleibt die Ehre, geachtet, ja geradezu geliebt worden zu sein. "Echtes Original" oder "Bindeglied" oder "Institution" oder - wie Renate Kerkhoff vom Montag-Abend-Stammtisch in den Abschiedstrubel ruft. "Der Wirt muss stimmen".

Dicke Tränen

Christian Rolinck, Ex-Brauerei-Chef, weint seinem guten Kunden dicke Tränen nach. "Hier haben sich echte Freundschaften entwickelt. Mit Fritz Preußners geht ein Stück Kneipenkultur geht verloren und eine echte Persönlichkeit." Und die Botschaft des scheidenden Wirtes? "Alles wird gut....!"

Älteste Stemmerter Kneipe macht dicht

Burgsteinfurt. In der Burgsteinfurter Gastronomie geht eine Ära zu Ende. Nach fast 32 Jahren „Kranführung“ verabschiedet sich Fritz Preußners von seinen Gästen in den Ruhestand und folgt seiner Lebensgefährtin ins Saterland, dem Dreieck zwischen Leer, Cloppenburg und Oldenburg, wo der heute 66-Jährige seinen dritten Lebensabschnitt genießen will. Preußners Umzug bedeutet gleichzeitig auch das Ende der ältesten Stemmerter Kneipe. Das Haus, das erstmals 1439 in den Geschichtsbüchern erwähnt wurde, hat er an einen Landwirt aus Eggerode verkauft. Am Montag ist der Kaufvertrag unterschrieben worden. Der neue Besitzer will das sanierungsbedürftige Fachwerkgebäude zu einem schmucken Wohnhaus im historischen Umfeld umbauen.Schon Mitte des 15. Jahrhundert soll sich in dem Haus an der Kirchstraße eine Brennerei befunden haben. „Seit 1810 ist es in Familienbesitz“, blickt der gebürtige Stemmerter auf die Galerie seiner Vorfahren der Familie Schmedding und Pfingstmann zurück, die allesamt eng mit der Gastronomie verbunden waren. Der junge Fritz hat in der Brauerei Rolinck gelernt, war dann in Freiburg, in Krombach und in Münster als Bierbrauer beschäftigt bis er schließlich nach Burgsteinfurt zurückkam, um als Kneipier seine Brötchen zu verdienen – zunächst bei seinem Onkel Franz Schmedding als Pächter und dann seit zwölf Jahren als selbstständiger Gastwirt.„Klar fällt der Abschied schwer“, räumt Fritz Preußners ein, der sich noch genau an die schwierigen Anfänge zusammen mit seiner verstorbenen Ehefrau Imelda an der Kirchstraße erinnert. Viel Aufbauarbeit hat er leisten müssen, um Stammgäste zu gewinnen. Die, die einmal dort gewesen sind, haben ihm lange die Treue gehalten. Spaß habe die Arbeit immer gemacht, sagt Preußners. Freud und Leid hat er am Tresen mit seinen Besucher geteilt – und jede Menge Politik ist an den Stammtischen auch gemacht worden. Dass selbst Bischof Dr. Reinhard Lettmann bei ihm schon eingekehrt ist, wird er genauso wenig vergessen wie den engen Kontakt zu Kreisdechant Heinrich Blankemeyer, der ihm gesagt hat: „Wenn du gehst, gehe ich auch.“ Jetzt bekommt Blankemeyers Rückzug eine ganz neue Wendung . . .Mit Preußners Gaststätte schließt jetzt die letzte wirklich urige Kneipe. „Menschen wie du und ich“ hat Preußners dort bewirtet, der von seinen Gästen als „ehrliche Haut“ unheimlich geschätzt wird. „Institut für Bierologie und Hektolithografie“ haben ihm Stammtischbrüder auf ein Schild am Eingang graviert. Darüber hängt auch die Königsscheibe der Friedhöfer Schützen, deren Vereinswirt Preußners seit vielen Jahren ist. Kolpingsfamilie, Kartenclubs, Stammtische haben sich bei ihm bestens aufgehoben und versorgt gefühlt – und müssen sich jetzt eine neue Heimat suchen, was bei dem „Kneipennotstand“ („Ackerbürger“ geschlossen, „Roleffs Pöttken“ immer noch nicht wieder geöffnet) schwierig werden wird. Leider, bedauert Fritz Preußners, ist die Szene nicht mehr so, wie sie einmal war. Er selber gibt am 26. Januar seinen Ausstand. Selbstverständlich wird dann noch einmal ein Fass aufgemacht mit allen Freunden und Bekannten – allerdings das letzte in Burgsteinfurts ältester Kneipe, wo ein gastronomisches Kapitel für immer geschlossen wird.

Freitag, 11. Januar 2008  |  Quelle: Westfälische Nachrichten / Steinfurter Kreisblatt (Steinfurt)