<ZURÜCK> Das die Friedhöfer auch bemüht waren, gewisse soziale
Aufgaben zu erfüllen, beweist ein noch in ihrem Besitz befindliches altes
Protokollbuch mit der Aufschrift "Friedhöfer Todten-Lade". Darin wird
berichtet, daß sich die Bürger vom Friedhof - unter der Initiative des
Vorstandes der Schützen-Gesellschaft - am 1. Oktober 1843beim Wirt Berkemeyer versammelt und über die Gründung einer
Unterstützungs-Gesellschaft bei Sterbefällen beraten haben. Diesem Verein gab
man den Namen "Friedhöfer Totenlade". Jeder Bürger vom
Friedhof, der sich zur christlichen Religion bekannte, sollte Mitglied werden können.
Zu Vorstehern wählte man den rührigen Ludwig Degener, der seit 1833 auch
Kommandant der Schützengesellschaft war, und Josef Brüggenkamp. Die Totenlade
ist eine Einrichtung der gegenseitigen Hilfe für den Fall des Todes eines
Mitglieds.Aufgabe dieses
Vereins war es, bei Begräbnissen unentgeltlich die erforderlichen Träger aus
ihren Reihen zu stellen. 1845 wurde außerdem noch eine Unterstützungskasse
gegründet. 1847 zählte der Trageverein schon 57 und der Unterstützungsverein
51 Mitglieder, unter ihnen bekannte Persönlichkeiten wie Dr. Hofmann,
Kreisphysikus Dr. Brosius und Reinhardt; die an die Hinterbliebenen zu zahlende
Prämie konnte mit steigender Mitgliederzahl allmählich von 1 auf 3 Reichstaler
erhöht werden.Friedrich
Hofmann, praktischer Arzt und Kreisphysikus in Burgsteinfurt, hat 1841 den
Ohrenspiegel erfunden und damit die universelle Untersuchungstechnik im
Hals-Nasen- Ohrenfachgebiet begründet. Friedrich Hofmann heiratete Josefine,
die Tochter des fürstlichen Hofrates Bornemann, und wurde damit in
Burgsteinfurt heimisch. Nach dem baldigen Tode seines Onkels (am 6.11.1836) übernahm
er dessen Praxis und erbte sein schönes Haus mit dem großen Garten (Friedhof
1). Dieser Garten hatte der gräfliche Rentmeister Friedrich Anton Houthim Jahre 1721 angelegt, der im Jahre 1708 Anna Margarete
Brand geheiratet hatte, die Erbtochter des letzten Besitzers der Apotheke am
Markt (Nr. 7). Sein Verdienst ist auch die Errichtung des ersten katholischen
Krankenhauses im Jahre 1861 und die Errichtung des evangelischen im Jahre 1880.
Im Jahre 1853 erwarb er ein großes Grundstück in der Nachbargemeinde Leer
(Bauernschaft Haltern), das er seiner Tochter Melene vermachte. Diese erbaute im
Jahre 1902 das Haus Loreto, ein Waisenhaus für katholische Kinder. Die
Einrichtung "Friedhöfer Totenlade " hat fast 45 Jahre langbestanden und rechtsegensreich gewirkt.